Aug 282014
 

Ein Mann verbrachte die Nacht in einem alten Bauernhaus. Das Fenster des Zimmers war zugenagelt. Mitten in der Nacht hatte der Mann das Gefühl, ersticken zu müssen, deshalb tappte er im Dunkeln zum Fenster. Weil er es nicht öffnen konnte, schlug er mit der Faust die Scheibe ein, atmete in tiefen Zügen die frische Luft ein und schlief den Rest der Nacht wunderbar.

Am nächsten Morgen stellte er fest, dass er im Dunkeln die Scheibe eines Bücherschranks eingeschlagen hatte, und dass das Fenster die ganze Nacht über fest verschlossen gewesen war. Er hatte sich mit dem bloßen Gedanken daran selbst mit Sauerstoff versorgt.

Aus: Florence Scovel Shinn / Günter W. Kienitz: Das Lebensspiel und wie man es spielt


VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 5.0/5 (3 votes cast)